Hallo zusammen,
am 3. März 2026 wurde die Publikation zur Studie „Über die Mobilität hinaus: Eine prospektive Studie zu Ernährung und Stoffwechsel bei hereditärer spastischer Paraplegie" (Originaltitel: "Beyond mobility: A prospective study on diet and metabolism in hereditary spastic paraplegia" veröffentlicht. Die Arbeit von Wisenschaftlern der Uniklinik Erlangen untersucht die bisher wenig erforschte Rolle von Ernährung, Stoffwechsel und Körperzusammensetzung bei Patienten mit Hereditärer Spastischer Paraplegie (HSP). Details zum Projekt siehe hier.
Kernaspekte der Studie:
- Hintergrund: HSP ist eine Gruppe seltener, fortschreitender neurodegenerativer Erkrankungen, die primär zu Spastik und Muskelschwäche der Beine führen. Die Studie konzentriert sich auf Aspekte, die über die reine Mobilität hinausgehen.
- Studiendesign: Es handelt sich um eine prospektive, explorative Pilotstudie.
- Teilnehmer: 36 Patienten mit genetisch bestätigter HSP (Subtypen SPG4, SPG7 und SPG11) wurden untersucht.
- Ziele: Evaluierung des metabolischen und ernährungsphysiologischen Status sowie des Einflusses einer Ernährungsberatung auf den Krankheitsverlauf und die Körperzusammensetzung über ein Jahr.
Wichtige Ergebnisse:
- Fettleibigkeit bei spezifischen Formen: Patienten mit SPG11 zeigten eine signifikant höhere BMI-Rate (+22,9%) im Vergleich zu anderen Formen, was einen bemerkenswerten Unterschied zur Kachexie (Auszehrung) bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen (wie ALS) darstellt.
- Muskelverlust: Im Verlauf eines Jahres wurde ein signifikanter Verlust an relativer Muskelmasse (-7,2%) festgestellt.
Zusammenhang mit Ernährung: Die Schwere der Erkrankung (gemessen über die Spastic Paraplegia Rating Scale) korrelierte negativ mit der Beinmuskelmasse sowie der Aufnahme von Proteinen und Ballaststoffen. - Ernährungsmanagement: Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Ernährungsberatung als Teil des langfristigen Managements bei HSP.
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Diese Studie wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (270949263/GRK2162 an MR und JW, 505539112/KFO5024 an JW), vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) durch das TreatHSP-Konsortium (01GM1905B und 01GM2209B an MR und JW, 01EO2105). an MR), von der Tom Wahlig Stiftung, vom Förderverein für HSP-Forschung und von der Forschungsstiftung Medizin am Universitätsklinikum Erlangen.
Herzliche Grüße
Rudi
Link zur Publikation: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12956933/

