Kraftmessung der Beinmuskulatur

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Rudi
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Re: Kraftmessung der Beinmuskulatur

Beitrag von Rudi »

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Hallo zusammen,

In diesem Beitrag von Regina hat Barbara das Bauchtraining angesprochen. Sie schreibt:
Ich war über den Jahreswechsel in einer Reha (Bad Buchau) und habe dort an der Kräftigung der Unterbauchmuskulatur und der schrägen Bauchmuskeln gearbeitet.
Das hat das Problem natürlich nicht beseitigt, aber doch deutlich gebessert. Immerhin kann ich indoor eine längere Strecke gehen, ohne mich an Möbeln oder Wänden festhalten zu müssen.
Und wenn ich die Bauchspannung halte, bringt mich auch ein Einkaufskorb nicht gleich aus dem Gleichgewicht.


Ja, das ist absolut richtig. Auch mein Physiotherapeut stellt die Bedeutung einer kräftigen Bauchmuskulatur immer wieder in den Vordergrund. Da kommt dann die Frage: Benötige ich zum Laufen die Bauchmuskulatur? Und darauf ist die Antwort: Definitiv! Auch wenn die Beine die Hauptarbeit leisten, ist eine starke Bauchmuskulatur für einen effizienten und gesunden Laufstil unverzichtbar.

Hier sind die drei wichtigsten Gründe, warum deine Körpermitte mitläuft:
  • Stabilität & Kraftübertragung: Deine Bauchmuskeln bilden das Verbindungsstück zwischen Ober- und Unterkörper. Sie stabilisieren den Rumpf, verhindern übermäßiges Schwanken und sorgen dafür, dass die Kraft deiner Beine direkt in den Vortrieb geht.
  • Vorbeugung von Verletzungen: Ein starker Core (Muskeln zwischen Zwerchfell und Hüfte) entlastet die Wirbelsäule und das Becken. Das schützt dich vor den typischen "HSP-Rückenschmerzen" und vor Gelenkproblemen in der Lendenwirbelsäule (L4/L5).
  • Laufökonomie: Wenn deine Rumpfmuskulatur ermüdet, knickt deine Haltung ein. Mit trainierten Bauchmuskeln hältst du deine aufrechte Form länger durch, atmest freier und bleibst auch auf den letzten Kilometern dynamisch.

Interessanterweise stärkt das Laufen selbst die Bauchmuskeln nur bedingt; für spürbare Fortschritte ist gezieltes Core-Training (z. B. Planks oder Crunches) ratsam.

Ich verlinke hier ein YouTube-Video, das sich speziell mit dem
Bauchmuskeltraining befasst.

Zusätzlich sind hier vier hocheffektive Übungen, die speziell auf die Bauchmuskeln zugeschnitten sind. Du kannst sie wunderbar als kurzes Core-Workout (ca. 10–15 Minuten) machen. Mir ist es bewusst, dass nicht jeder unter uns wegen des Fortschritts seiner HSP die Übungen alle machen kann. Mache dann einfach so viel wie möglich. Denn Wenig ist immer noch besser als Nichts.

1. Unterarmstütz (Plank) – Der Klassiker
Der
Plank ist die Basis für eine stabile Körpermitte.
  • Ausführung: Stütze dich auf die Unterarme und Zehenspitzen. Dein Körper bildet eine gerade Linie vom Kopf bis zu den Fersen. Ziehe den Bauchnabel fest nach innen.
  • Vorteil: Verhindert das Einknicken im Rumpf bei Ermüdung.
  • Dauer: 3 x 45–60 Sekunden halten.


2. Dead Bug – Für Koordination & Rücken
Diese Übung ist ideal, da sie die diagonale Bewegung beim Laufen imitiert.
  • Ausführung: Liege auf dem Rücken, Beine im 90-Grad-Winkel in der Luft, Arme nach oben gestreckt. Senke gleichzeitig den rechten Arm und das linke Bein langsam Richtung Boden ab, ohne dass der untere Rücken den Bodenkontakt verliert.
  • Vorteil: Beckenstabilität schont den unteren Rücken.
  • Wiederholung: 3 x 10 Wiederholungen pro Diagonale.


3. Bergsteiger (Mountain Climber) – Dynamik pur
Diese Übung bringt Puls und Bauchspannung zusammen.
  • Ausführung: Starte in der Liegestützposition. Ziehe abwechselnd die Knie zügig Richtung Brust. Achte darauf, dass dein Gesäß nicht zu weit nach oben wandert.
  • Vorteil: Trainiert die Hüftbeuger und die Schnellkraft.
  • Dauer: 3 x 30–45 Sekunden Power geben.


4. Seitstütz (Side Plank) – Gegen das Schwanken
Die seitliche Muskulatur stabilisiert dein Becken bei jedem Schritt.
  • Ausführung: Stütze dich seitlich auf einen Unterarm. Die Füße liegen aufeinander oder voreinander. Drücke die Hüfte aktiv nach oben.
  • Vorteil: Verringert das seitliche Ausbrechen der Hüfte.
  • Dauer: Pro Seite 3 x 30–45 Sekunden halten.


Pro-Tipp: Qualität vor Quantität! Achte immer auf einen festen Core und vermeide ein Hohlkreuz. Ich wünsche guten persönlichen Erfolg bei den Übungen, die du mit deiner HSP noch machen kannst!

Herzliche Grüße
Rudi



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Sommer2023
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Re: Kraftmessung der Beinmuskulatur

Beitrag von Sommer2023 »

Hallo zusammen, gibt es für mich einfachere Übungen zwecks Kräftigung der Bein- und bauchmuskulatur.sitze im Rollstuhl und kann meine Beine kein bisschen bewegen, beziehungsweise hochheben.
Mehr Kräftigung im Becken und Bauchbereich würde mir beim Aufstehen und überwechseln helfen.
Vielleicht gibt's hier im Forum auch einige die nicht mehr laufen können und mir Tipps sagen können, wie ich in meinem Alltag besser zurecht komme.
Mfg
Rita
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Rudi
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Re: Kraftmessung der Beinmuskulatur

Beitrag von Rudi »

...........
Hallo Rita,

du schreibst, dass du im Rollstuhl sitzt. Das ist auch bei mir so. Ich habe von meinem Physiotherapeuten Übungen gelernt, um die Bauchmuskulatur zu stabilisieren. Das sind Übungen, die auf meine persönliche HSP-Situation zugeschnitten und nicht auf jeden übertragbar und nicht für jeden nutzbar sind. Deshalb kann ich dir hier im Forum keine helfenden Übungen benennen. Da du aber sicherlich zumindest zweimal in der Woche akiv deine Physiotherapie machst, solltest du unbedingt mit deiner Therapeutin darüber sprechen. Sie kennt sicher hilfreiche Übungen, die du mit ihr gemeinsam machen kannst.

Herzliche Grüße
Rudi



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Barbara
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Re: Kraftmessung der Beinmuskulatur

Beitrag von Barbara »

Hallo Rita,

in der Reha gab es Übungen im Sitzen und im Kniestand, die die Bauchmuskulatur ansprechen und kräftigen. Die erste war auf einem Balancekissen oder Pezi-Ball sitzend, einen ca. 1 kg schweren Gegenstand (Flasche, etc.) zwischen den ausgestreckten Händen hin und her zu geben. Die zweite Übung war, das Ganze im aufrechten Kniestand durchzuführen (dabei auf einer weichen Unterlage knien). Die dritte Übung ist etwas schwierig zu beschreiben: im Sitzen den rechten Arm schraubenförmig an der linken Gesichtshälfte vorbei nach oben führen, dabei drückt sich der rechte Fuß in den Boden (und umgekehrt). Ca. 15 Sekunden halten. Rechte Schulter dabei unten lassen. Bei allen Übungen die Bauchspannung halten. Sinn und Zweck der Übungen ist es, die Verbindung von oberen und unteren Muskelketten wieder herzustellen und einzuüben. Wenn man "unten" ein Manko hat, aber "oben" relativ normal funktioniert, dann bildet sich eine Trennlinie in der Körpermitte, die überwunden werden soll. Um einen Effekt zu spüren, muss man das schon sehr regelmäßig (wie in der Reha) durchführen. Aber ich konnte hinterher die Beine schon deutlich freier nach vorne bringen.
Viele Grüße

Barbara
Sommer2023
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Re: Kraftmessung der Beinmuskulatur

Beitrag von Sommer2023 »

Hallo Barbara

Vielen herzlichen Dank für deine mir gut beschrieben Übungen in deiner Reha.
Mich freut es, daß du Fortschritte bemerkt hast. Einen aufrechten Kniestand
würde ich nie mehr schaffen. Meine HSP ist schon so fortgeschritten, daß mir
nichts mehr helfen kann.
Mit herzlichen Grüßen '
Rita
Barbara
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Re: Kraftmessung der Beinmuskulatur

Beitrag von Barbara »

Hallo Rita,

der Kniestand klappt auch nicht jeden Tag. Umgekippt bin ich dabei auch schon (festhalten ist natürlich erlaubt). Dafür braucht man schon ziemlich Körperspannung in der Bauchgegend.
Allerdings konnte ich mir vor der Reha nicht vorstellen, dass die so fühlbar wird.
Aber das Training mit Gewichten im Sitzen kann ich wirklich wärmstens empfehlen.

Alle guten Wünsche und herzliche Grüße
Barbara
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